Rattenberg / Rottenburg
Stmk/Bez. Judenburg/Rattenberg 

Die Reste der Rattenberg liegen ca. 5 km östlich von Fohnsdorf in ca. 1050 Meter Höhe am sog. "Schlossberg", fast 500 Meter über dem Aichfeld. Wenn man von einer österreichischen Burg in über 1000 Meter Höhe hört, denkt man unweigerlich an ein kühngelegenes Adlernest auf einem schroffen Felsen. Das ist bei der Rattenberg nicht der Fall. Vielmehr liegt die Burg auf einem kleinen Hügel, der sich aus dem nicht sehr steilen Gelände des Schloßkogels erhebt. Das ganze wirkt eher wie eine Motte als die typische Spornlage, die ich erwartet hätte.

Der Schloßkogel ist eine etwa runde Anhöhe von ca. 20 Metern Höhe und 50 Metern Durchmesser.
Gegen Norden , wo das Gelände leicht ansteigt ist der Hügel recht steil, aber durchaus noch zu ersteigen. Gegen Süden, zum Tal hin, ist er etwas flacher. Dort sind auch noch die Reste eines Grabens mit einem vorgelagerten Wall zu erkennen. Nur gegen Südwesten hin fällt das Gelände unterhalb des Hügels weiter gegen das Tal hin ab .

Am höchsten Punkt des Hügels sind nur noch geringe Erhebungen unter der Grasnarbe zu erkennen, aus denen man - mit etwas Phantasie - Schlüsse auf das Aussehen der Anlage ziehen kann :

Am nördlichen Ende, der höchsten Stelle, stand wohl ein Turm von etwa 7x7 Metern. Von ihm liefen Ringmauern gegen Süden, die einen kleinen Hof von ca. 15x10 Metern umschlossen. Auf dieser Strecke von 15 Metern fällt das Gelände um ca. 3 Meter. Die Burg lag ca. 20 Meter über dem nördlichen und ca. 15 Meter über dem südlichen Vorgelände. Der Zugang erfolgte wahrscheinlich von Süden her. Dort liegt vor dem Graben eine größere ebene Fläche, vielleicht eine Vorburg  oder ein Wirtschaftshof.

Von Rattenberg existiert eine Beschreibung durch Knapp (Baravalle/Knapp 1936). Er schildert einen drei bis vierstöckigen Wohnturm und einen rechteckigen Torturm, der aus dem Bering vorspringt. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen und wenn man Knapps Beschreibung genau liest kommt man zur Ansicht, daß dies auch 1936 schon so war. Auch von der dort beschriebenen Ausmauerung des Grabens ist nichts mehr zu sehen.

Ich habe die Burg an einem nebligen Tag besucht, es dürfte aber Sichtverbindung zu Eppenstein und Liechtenstein bestehen, nicht aber zur Offenburg, Fohnsdorf und Reiffenstein. Die hochgelegene Burg, die jetzt völlig im Wald versteckt ist, muß vom ganzen Aichfeld aus gut zu sehen gewesen sein.

Eine interessante Anekdote aus der Geschichte dieser entlegenen Burg aus der tiefsten steirischen Provinz ist, daß einer Ihrer Bewohner, Konrad von Rattenberg, um das Jahr 1266 " sich am Hofe des Königs von Sizilien aufgehalten und dessen Untergang 1266 in noch jungen Jahren erlebt" hat (Baravalle S.273). Der weitgereiste Mann und begabte Musiker unterrichtete später den Reimchronisten Otochar von der Geul.
Die Burg dürfte in ihrer frühesten Form um 1060 errichtet worden sein, und wurde ca. 1398 aufgegeben.

Wegbeschreibung: Dorfstraße Rattenberg/Göttschach bis zum Ende, bei Weggabelung rechts bergauf auf Schotterstraße ca. 2km bis zu einer Abzweigung scharf links (Schranken). Von dort zu Fuß ca. 10 Minuten bis zur Seiserhütte. Nach weiteren 50m links leicht bergab ein verwachsener Forstweg, ca 300 Meter bis zum Schloßbühel.