FORCHTENBERG bei SEMRIACH
STMK / Graz-Umgebung / Semriach-Windhof

 

sehr freie Rekonstruktion

Die geringen Reste der Burg Forchtenberg liegen ca. 1 km nördlich der Ruine Luegg/Luginsland bei Semriach. Die genaue Lage der ehemaligen Burg Forchtenberg war lange Zeit nicht bekannt und der Grund für einen ausgewachsenen Gelehrtenstreit (Mitteilungen des st. Burgenvereins 1951/Seite 14 ). Das ist eigentlich verwunderlich, weil das Gelände so eindeutig wie nur ganz selten, auf eine Burg hinweist.

Die Ruine liegt am äußersten Ende eines Geländesporns der sich ca. 200 Meter lang gegen den Augraben hin erstreckt. An seiner Schulter ist der Sporn nur wenige Meter breit, an beiden Seiten fällt das Gelände steil ab. Das Spornende ist durch zwei nicht zu übersehende Halsgräben abgetrennt. Der zweite ist ca. 10 Meter breit und 8 Meter tief. Durch ihn führt jetzt ein Forstweg.
Ich nehme an, daß die Burg erst gefunden wurde, als der Schuttkegel des verfallenen Bergfrieds als Steinbruch verwendet wurde, bis schließlich die Innenseite der Mauer zum Vorschein kam.

die traurigen Reste des Keilturmes ( Innenecke )Die Burg hatte einen dreieckigen Bergfried von beachtlicher Größe : Die Innenlichte läßt sich mit über 6 Metern Seitenlänge noch gut bestimmen. Bei einer angenommenen Wandstärke von mindestens 2 Metern ergibt das an der Basis eine Breite von ca 14.5 Metern, also erheblich größer als der noch gut erhaltene Turm in Waldstein ( ca.10 Meter ), oder etwa so groß wie der dreieckige Bergfried in Strechau.

Dreieckige Bergfriede sind in Österreich extrem selten: Neben einigen Sonderformen gibt es mit Waldstein, Strechau, Salla, Pflindsberg, Rauheneck und Arnstein nur 6 mir bekannte Beispiele dieser Bauform, deren Errichtung sich über die gesamte Burgenbauperiode verteilt.

Dabei sind die beiden nieder-österreichischen Beispiele (Arnstein und Rauheneck) sekundär an ein bestehendes Gebäude angebaute Keile, während die vier steirischen Beispiele wirklich dreieckige Gebäude sind. Auch bei Forchtenberg deutet die erhaltene Innenecke auf einen in einem Zug errichteten Turm hin, die Beweislage ist aber eher dürftig.

GrundrissHinter dem Bergfried und von diesem geschützt lag die eigentliche Burg, deren Grundriss nur noch aus Grundmauerresten rekonstruierbar ist. Nur ein einziges ca. 2 Meter langes Stück der äußeren Mauerschale ist erhalten. An den Ecken sind noch größere Mauerreste,  jedoch nur des Füllmauerwerks, zu finden. Daher läßt sich das Mauerwerk auch kaum datieren. Es besteht aus Bruchsteinen mit einer Größe von bis zu 30x40 cm ohne ausgeprägte Lagenbildung.

Die Ringmauer umschloß ein Areal von ca. 30 Metern Länge und 15 Metern Breite und hatte einen leicht unregelmäßig rechteckigen Grundriß. Am östlichen, hinteren Ende der Burg ist das Gelände etwas höher, was auf den Schutthaufen eines Gebäudes hinweisen könnte. Ebenso entlang der südlichen Längseite.

Da die Verbindung zwischen der südlichen Turmbasis und einem etwa 5 Meter südlich davon liegenden Ringmauerrest nicht anders zu erklären ist, vermute ich, daß hier ein Flankentor bestand, dessen genaue Lage aber nicht mehr bestimmt werden kann.
Meine - zugegebenermaßen sehr phantasievolle-  Rekonstruktion zeigt wie die Burg einmal ausgesehen haben könnte .

Hinter der Burg fällt das Gelände recht steil gegen den Augraben ab. Auf einer kleinen Zwischenstufe liegen links und rechts der Burg zwei markante natürliche Felsformationen. Auf halber Strecke zwischen den beiden sind noch geringe Reste einer Mauer zu erkennen, deren Funktion ich nicht zuordnen kann. Vielleicht verlief eine äußere Ringmauer zwischen den beiden Felsen.

Wegbeschreibung : in Semriach / Taschen durch den Hof "Jägerhof", am Wildgehege (rechts liegen lassen ) entlang , dann gerade weiter in den Wald bis zu einer Gabelung . (dort geringe Mauerreste ) . Links am Kammrücken ca. 300 Meter bis zur Ruine Forchtenberg. Rechts bergauf zur Ruine Luegg.

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