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Die Burgruine Kaisersberg liegt etwa
5 km westlich von St.Michael, auf einem Felssporn der sich an einer Stelle gegen
das Murtal vorschiebt, an der die Mur eine breite Schleife zieht, die fast bis
an den Felssporn heranreicht. Dadurch war das Murtal an dieser Stelle nur
direkt unterhalb der Burg passierbar .
Was an Kaisersberg heute am meißten beeindruckt
ist die Größe: Mit einer Gesamtlänge von über 110 Metern und einer
durchschnittlichen Breite von 25 Metern zählt Kaisersberg zu den größten
Burgen Österreichs. Erstaunlich dabei, daß die Burg nicht über Jahrhunderte
hinweg vergrößert wurde, sondern von Anfang an in diesem Ausmaß konzipiert
wurde.
An den Resten der Burg sind noch
drei wesentliche Bauphasen zu erkennen :
1)
Erstburg ca. Mitte 13.Jahrhundert:
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Mauerwerk der Ringmauer |
Die Erstburg des 13.Jh.
umfasste schon fast das gesamte Areal der heutigen Burg. Insbesondere
die gesamte Ringmauer ist aus dieser Zeit erhalten. Wo der Wohnbau des 13.Jh.
stand, lässt sich nicht mehr schlüssig nachweisen. In Frage käme der Bereich
des späteren Wohnturmes ( die höchste Stelle der Burg ) , oder die südliche
Schmalseite der Burg. Auch der Bereich zwischen Torweg und Wohnturm käme in
Frage, da dieser Bereich vor der Bebauung der höchste Geländepunkt gewesen sein
muß.
Die Ringmauer dürfte zur Gänze aus dem 13.Jhd
stammen. Besonders an der Westseite läßt sich die Mauerstruktur noch gut
erkennen: Über die gesamte Länge von 65 Metern ist keine Baufuge zu sehen.
Das Mauerwerk besteht aus großblockigem Bruchstein, der mit kleineren
Platten und Zwickelsteinen zu etwa 40 cm hohen Lagen abgeglichen wurde.
Die Lagen laufen über die gesamte Länge der Westseite durch. An der Südseite
ist die Ringmauer fast zur Gänze durch einen spätgotischen Tallus verbaut, bzw.
völlig verfallen. Auch an der Ostseite sind nur kurze Mauerstücke erhalten,
die aber ähnlich aussehen wie an der Westseite. Leider ist die Nordseite (
Feldseite ) fast vollständig verputzt.
Ungefähr
an der Mitte der Westseite ist eine vermauerte Rundbogenöffnung zu erkennen.
Die Öffnung war etwa 1.6 Meter hoch, 1.5 Meter breit , und bestand aus einem
halbkreisförmigen Sturz mit nur 10-20 cm hohen senkrechten Laibungen. Sie
liegt etwa 3 Meter über dem Außenniveau. Leider ist der dazugehörige
Innenraum verschüttet, sodaß die Bedeutung des Öffnung rätselhaft bleiben
muß. Die ursprüngliche Höhe der Ringmauer läßt sich an der Nordwestseite
des Wohnturmes noch an einer Z-förmigen Baufuge erkennen. Unter dieser Baufuge
liegt die alte Ringmauer, mit einer Brüstung ( Zinnen/ Wehrgang o.ä) . Das
Mauerwerk oberhalb der Baufuge stammt von der Aufstockung anläßlich der
Errichtung des Wohnturmes um 1460. Die Baufuge liegt ca. auf Höhe der untersten Fensterreihe am Wohnturm.
Der
spätgotische Schloßbau Mitte 15.Jhd
Der Ausbau zum Schloß erfolgte um das Jahr 1460 und scheint historisch
dokumentiert zu sein. Dabei wurde am höchsten Punkt der Burg ein mächtiger
4stöckiger Wohnturm errichtet, der insbesondere gegen Süden in Richtung des
Hofes eine schöne Schaufront mit großzügigen Rechteckfenstern erhielt. Der
Turm wurde in die NW-Ecke der Ringmauer eingestellt : Dabei wurde das neu
errichtete Gebäude an der Nordseite ( Feldseite ) und der Westseite über
die alte Ringmauer gestellt. Die Ostseite des Wohnturmes ist nur angestellt,
also nicht mit der Ringmauer verzahnt. Der Wohnturm hatte einen tonnengewölbten
Keller, und 3 Wohngeschoße. Der Eingang lag im Kellergeschoß, das sich wegen
der Topographie des Geländes gute 10 Meter über dem Hofniveau der Burg
befindet. Das Eingangstor ist ein schön profiliertes Rundbogentor. An der
hofseitigen Südseite hatte jedes der 3 Wohngeschosse 3 Kreuzstockfenster.
Dagegen sind an der nach außen gerichteten Nordseite
nur in den beiden oberen Geschossen jeweils zwei relativ kleine Rechteckfenster
zu finden. Die Burg hatte also gegen die Angriffseite eine eher trutzige Optik,
und an der sonnigen, sicheren Hofseite eine aufwendig gestaltete,
lichtdurchflutete Schaufront.
Das
Haupttor zur Burg wurde mit einen einfachen Rechteckturm gesichert, der über
die alte Ringmauer gestellt wurde. Dahinter lag ein etwa 30 Meter langer,
schmaler, gewölbter Torzwinger, der auf der linken Seite von der
Ringmauer, auf der rechten vom abgemauerten Felsen gebildet wurde. Vischers
Darstellung zeigt an der Außenseite des Zwingers 3 große Scharten, die
wahrscheinlich mit tonnengewölbten Kavernen korrespondieren, die heute noch an
der Bergseite des Zwingers zu sehen sind. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um
Stellungen für Geschütze, die in friedlichen Zeiten in den
Kavernen abgestellt wurden, da sie sonst den Weg durch den Zwinger verstellt
hätten. Am Ende des Zwingers lag ein zweites Tor, von dem noch eine Seite
erhalten ist. Dahinter lag ein weiterer Torbau von etwa 10 Meter Länge, an
dessen hinterem Ende sich wahrscheinlich ein drittes Tor befand. An dieser
Stelle zeigt Vischer einen gegen Osten auskragenden Erker, der an eine Kapelle
denken läßt, wie sie sich in Mauterndorf
(Salzburg) in einer sehr ähnlichen Lage erhalten hat.
 Später wurde die gesamte westliche Längsseite
der Burg mit einem 45 Meter langem Wohntrakt verbaut. Davon ist die Hofseite
noch 4 Stockwerke hoch erhalten. Im ersten OG sind noch die steinernen Konsolen
eines Arkadenganges zu sehen. Der Keller hatte ein durchgehendes Tonnengewölbe,
das durch nachträglich eingebaute Querwände in kleinere Räume unterteilt
wurde. Der südlichste Keller des Westtraktes zeigte bis vor kurzem einen
interessanten Befund, der erst 2001 durch den Einsturz des Gewölbes
großteils zerstört wurden: Hinter dem Gewölbeansatz war noch vollflächiger
Innenverputz zu sehen, was auf den sekundären Einbau des Gewölbe hinweist. Der Bereich
war also schon vorher als Wohntrakt genutzt worden.
Die südliche Schmalseite der Burg wird von einem 10x20 Meter großem Gebäude
eingenommen, vom dem nur noch der Keller erhalten ist. Es hatte drei ebenfalls
sekundäre Tonnengewölbe. Die drei Kellerräume waren mit einfachen
spitzbogigen Türen verbunden. An der SO-Ecke ist noch ein Lichtschlitz der
ersten Bauphase erhalten, was darauf hinweist, daß hier schon im 13.Jhd. ein
Wohnbau stand.
Die
Süd-Bastion ( 17.Jhd )
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Südbastion vom Tal aus gesehen |
Mauerwerkstruktur an der Südbastion |
Scharten an der Südbastion |
Wohl Anfang 17. Jh. wurde auf einer Hangterrasse
knapp südlich der Burg eine Bastion angebaut. Sie konnte mit einer Treppe vom
Südtrakt aus erreicht werden, die heute völlig verschüttet ist. Die Bastion
besteht aus einem etwa 20 Meter langem tonnengewölbten Längstrakt, aus dessen
Mitte ein dreieckiger Keil vorspringt. An der gesamten Länge der Bastion sind
Schießscharten für Feuerwaffen angebracht. Interessant ist, daß die ohnedies
unbezwingbar steile Südseite der Burg mit dieser Bastion gesichert wurde,
während die Angriffsseite im Norden keinerlei moderne
Verteidigungseinrichtungen erhielt. ( Vergleichsbeispiel Strechau )
Wegbeschreibung : an der Bundesstraße von St.Michael nach Judenburg,
bei Kaisersberg in den Hartlgraben. Kurz vor dem Graphitwerk steile Fahrstraße
rechts bergauf bis zur Burg.
Am Rückweg unbedingt beim Knappenwirt auf eine Kardinalschnitte einkehren !
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